Die Revolution des Landlebens

Virtuelle Erkundungen neuer Ländlichkeit
in Praxis und Wissenschaft

In bewährter Zusammenarbeit mit der Europäischen Akademie Mecklenburg-Vorpommern wollen wir nun an die erfolgreiche siebenteilige Online-Reihe „Corona, die Krise der Stadt und die Chance des Ländlichen“ vom November/Dezember mit einer monatlichen Online-Diskussion anknüpfen.

Über den Strukturwandel der Landwirtschaft wird schon lange und kontrovers diskutiert. Dieser Strukturwandel der ländlichen Besiedlung und Bevölkerung ist sehr tiefgreifend, aber kaum ein Thema in öffentlichen Debatten. Dabei entsteht hier etwas gesellschaftspolitisch Neues: Erstmals seit der Jungsteinzeit arbeitet die überwältigende Mehrheit der Menschen auf dem Lande nicht mehr in der Landwirtschaft, im Forst oder in der Fischerei.

Diesen Wandel wollen wir – die Mecklenburger AnStiftung, die Europäische Akademie MV und die Friedrich-Ebert-Stiftung MV – in diesem Jahr mit Expertengesprächen erkunden, dabei aktuellen Entwicklungen auf den Grund gehen und den Strukturwandel auf dem Land aus verschiedenen Blickwinkeln beleuchten. Jede Veranstaltung findet online statt und bietet neben einem Kurzvortrag ausreichend Zeit für Anmerkungen und Diskussionen.

 

Montag, 1. Februar 2021      18:00 – 19:15 Uhr  

Dorf machen!

Prof. Ton Matton, Kunstuniversität Linz u. Wendorf/MV

Der Referent
Geb. 1964 in den Niederlanden, ist Stadtplaner und Künstler. Er unterhält zwischen Hamburg und Berlin in kleindörflicher Struktur ein großes Areal mit Gastateliers, einer Werkstatt, einigen Tieren und Pflanzen. Eine ehemalige DDR-Grundschule in Wendorf in der Nähe von Schwerin ist Basis dieses Matton Office und der Wendorf Academy. Ton Matton war mit seinen Projekten u.a. am Royal Institute of British Architects in London beteiligt, in der Architekturgalerie Aedes in Berlin und am GEM in Den Haag (NL). Gastprofessor für Performativen Urbanismus an der TU München.
Seit 2014 Professor für raum&designstrategien an der Kunstuniversität Linz.
Veröffentlichungen u.a. Zweifel. Performative Stadtplanung in 13 Vorträgen. 2019.
Dorf Machen. Improvisationen zur sozialen Wiederbelebung. 2017
Projekte in MV:
Große Potemkinsche Straße – soziale Wiederbelebung von Wittenburg (2012)
Tribsees´ Zukunft machen (2020)
Kontakt: ton.matton@ufg.at
http://www.mattonoffice.org/www.mattonoffice.org/

 

Montag, 1. März 2021       18:00 – 19:15 Uhr  

Agrarindustrie oder „Garten der Metropolen“?
Zur Zukunft der ländlichen Räume in Nordost- Deutschland

Prof. (i.R.) Dr. Helmut Klüter, Universität Greifswald

Der Referent
Prof. Dr. Helmut Klüter (geb. 1950 in Rahden/Westfalen) befasst sich mit wirtschafts- und sozialgeographischen Entwicklungsproblemen in Nordostdeutschland, Skandinavien und Russland. Er studierte in Münster und Leningrad (heute: St. Petersburg) Geographie, Regionalwissenschaft, Politologie, Geschichte und Slawistik. Er arbeitete in Kopenhagen, Gudme, Gießen und Novosibirsk. Von 1994 bis 2017 hatte er den Lehrstuhl für Regionale Geographie an der Universität Greifswald inne. 1997 verfasste er gemeinsam mit Alfred Gomolka, Tilo Braune und Norbert Buske eine bundesweit publizierte Vorpommern-Denkschrift, in der u.a. auf die besonderen Entwicklungsprobleme ländlicher Räume verwiesen wurde. 2005 wurde der „Wirtschaftsatlas Vorpommern und Mecklenburgische Seenplatte“ veröffentlicht. Er enthält eine Kritik an der pessimistischen Landesplanung, die sich ausschließlich an negativen Bevölkerungsprognosen orientierte und die positive Wirtschaftsentwicklung in Mecklenburg-Vorpommern weitgehend außer Acht ließ. 2016 erschien sein Buch über „die Landwirtschaft Mecklenburg-Vorpommerns im Vergleich mit anderen Bundesländern“, das unter anderem einen ausführlichen Kommentar zur Landesentwicklung und ein besonderes Kapitel zum Leitbild „Garten der Metropolen“ enthält. 2017 kritisierte er in einem Gutachten die Pläne zur Kreisgebietsreform im Land Brandenburg, nach denen Verwaltung und Infrastruktur noch stärker als in Mecklenburg-Vorpommern räumlich zentralisiert werden sollten. Gemeinsam mit landesweiten Bürgerinitiativen und Fachleuten aus Politik und Wirtschaft gelang es, die Landesregierung davon abzubringen.
Weitere Vorträge und Publikationen finden Sie unter https://www.researchgate.net/profile/Helmut_Klueter
Kontakt: klueter@uni-greifswald.de

 

Osterdienstag, 6. April 2021   18:00 – 19:15 Uhr  

Es werde Land!

Prof. Kerstin Schulz, Hochschule Darmstadt

Die Referentin:
Nach dem Studium der Architektur an der Technischen Universität in Darmstadt gründete Kerstin Schultz (*1967) mit ihrem Mann Werner Schulz das Büro liquid Architekten. Seit 2008 arbeitet sie an der Hochschule Darmstadt im Fachbereich Architektur und Innenarchitektur und setzt sich intensiv mit Konversionsprojekten und Bestandsbauten auseinander.
Kerstin Schultz ist Fachpreisrichterin bei zahlreichen Wettbewerben und nimmt an internationalen Workshops, Ausstellungen und Symposien zum Thema Experiment, Stadtrauminszenierung, Beteiligungsprozesse und Landentwicklung teil. Sie ist außerdem Autorin und Herausgeberin einer Reihe von Fachbüchern.
Ein sehr persönlicher Interessenschwerpunkt liegt im ländlichen Raum, wo sie lebt und arbeitet, mit all seinen Facetten, der Landschaft, aber auch den kleinen Orten. Dort untersucht sie, ob sich urbane Strategien für Leerstände, oder temporäre Rauminstallationen auch für die Entwicklung im ländlichen Raum eignen. Oft integriert sie hierbei Künstler, Wissenschaftler oder Studierende verschiedener Fachrichtungen, wie beim ihrem aktuellen Projekt Wandahütte.
Kerstin Schultz: „Die Lebensform Dorf und die Beziehung Stadt und Land. Das ist für mich eine hochinteressante Aufgabe, gerade im Kontext der neuen Stadtlust. Ich bin ein Naturmensch, Reiterin, Anglerin, engagiere mich in einer kleinen Gemeinde im Odenwald, und im Naturschutz. Dadurch stehe ich mit ganz verschiedenen Menschen im Kontakt. Das ist für mich eine echte Bereicherung, dass man nicht nur immer in seinen akademischen Netzwerken unterwegs ist, sondern im ‚normalen‘ Leben etwas bewegt“.
Kontakt: info@clickliquid.de
https://clickliquid.de/

Moderation:                              Dr. Wolf Schmidt, Mecklenburger AnStiftung

Der Moderator
Dr. Wolf Schmidt (geb. 1952 in Warin/Mecklenburg) ist Stifter und Vorsitzender des Stiftungsrates der Mecklenburger AnStiftung. In der Hamburger Körber-Stiftung hat der studierte Historiker 27 Jahre – davon sieben Jahre als Vorstand – nationale und internationale Projekte realisiert und Verantwortung für die Entwicklung einer der größten deutschen Stiftungen getragen. Mit seiner „Stiftungspraxis“ PhiPolisConsult hat er 2008 bis 2018 Stiftungen und gemeinnützige Projekte im gesamten deutschsprachigen Raum beraten. Seit 2010 wohnt er dörflich in Dobin am See. Dr. Schmidt ist seit 2011 Sprecher des Landesnetzes der Stiftungen in Mecklenburg-Vorpommern. 2012-2015 war er Ko-Vorsitzender der Denkwerkstatt „BÜRGER.INNEN.LAND MV“. 2017 hat er mit der AnStiftung die „Initiative Neue Ländlichkeit“ gestartet. In der Schriftenreihe der Herbert Quandt-Stiftung ist sein Essay „Die Kunst des Bleibens – Wie Mecklenburg-Vorpommern mit Kultur gewinnt“ erschienen, im „Aktionsprogramm Nachhaltige Landwirtschaft in MV 2015“ sein Beitrag „Dörfer im Garten der Metropolen“. 2017 erschien „Luxus Landleben. Neue Ländlichkeit am Beispiel Mecklenburgs.“
2019 „Das fremde Land – zum Verständnis ländlicher Milieus“ In: Dorfgespräch. Ein Beitrag zur Demokratieentwicklung im ländlichen Raum. Über Neue Ländlichkeit schreibt er u.a. in www.landblog-mv.de.
Kontakt: kontakt@dr-wolf-schmidt.de
https://dr-wolf-schmidt.de/ https://www.anstiftung-mv.de/

Zusätzlich besteht für Interessierte die Möglichkeit, an einem Nachgespräch mit dem Moderator teilzunehmen. Jeweils nach den Beiträgen ab 20:15 Uhr per Zoom.

Die Teilnahme ist kostenlos.

Hier den Einwahl-Link bei der Europäischen Akademie anfordern: e.wilk@ea-mv.com

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